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Hohe Energiepreise? So hilft Energiemanagement-Software der Industrie

03.03.2026 Technischer Artikel

Hochspannungsnetzwerk Trotz vieler positiver Entwicklungen im Bereich Industrie und Maschinenbau – volle Auftragsbücher, innovative Technologien und zukunftsweisende Ideen – wird der wirtschaftliche Aufschwung derzeit stark ausgebremst. Grund dafür sind die instabilen Energiemärkte und die damit verbundenen hohen Energiepreise, die zunehmend zur Belastung werden. Auch die Verknappung wichtiger Rohstoffe erschwert zahlreichen Produktionsbereichen die Planung und Umsetzung.

Gerade die massiv gestiegenen Energiekosten zwingen bereits erste Unternehmen dazu, ihre Produktion zeitweise einzustellen, weil ein wirtschaftlicher Betrieb nicht mehr darstellbar ist. Andere Betriebe stehen vor der Entscheidung: Abwarten oder handeln?

Energiemanagement-Software bietet hier einen vielversprechenden Ansatzpunkt. Statt die Situation nur als Krise zu sehen, sollten Unternehmen die aktuellen Herausforderungen als Impuls für eine nachhaltige Transformation begreifen.

Moderne Lösungen wie Energiemonitoring-Software ermöglichen es, Transparenz über den Energieverbrauch zu schaffen, Einsparpotenziale zu identifizieren und Prozesse datenbasiert zu optimieren. Was in der Vergangenheit – etwa durch die Einführung der CO₂-Steuer – kaum zum Umdenken führte, gelingt nun unter dem Druck der aktuellen Energiekrise: ein echter Digitalisierungsschub in Richtung effizienter und klimabewusster Produktion.

Das Wichtigste in Kürze

Mit Digitalisierung gegen hohe Energiepreise

Es wäre verwegen zu sagen, dass mit intelligenten IT und IoT Lösungen alle Probleme aus der Welt geschafft werden können. Dennoch gibt es gerade im Bereich Maschinenbau und deren Anwendern, in der Industrie Potenzial, für Einsparungen bei der Energie.

Smarte Prozesse

Mit niedrigen Energiekosten spielt es keine Rolle, ob Prozesse in der Produktion effizient betrieben werden. Umso mehr wird die Optimierung von Abläufen ein Thema, wo Maschinen beteiligt sind, die viel Energie verbrauchen.

Bei stark steigenden Energiepreisen macht es einen Unterschied, ob eine Anlage nur zu 30% oder in Richtung 80-90% ausgelastet ist. Z.B. bei der Glasverarbeitung mit Härteanlagen spielt es eine Rolle, ob 2 Maschinen in Teillast die Produktion abdecken, oder ob durch Umgestaltung des Prozesses nur eine Maschine in nahezu Volllast betrieben wird.

Die Glasproduktion soll hier nur als ein Beispiel genannt werden, weil wir mit verschiedenen Projekten bei X-WORKS hier schon einiges an Erfahrung gesammelt haben. Auch andere energieintensive Branchen können mit geeigneter Prozessoptimierung und Abbildung in digitale Lösungen profitieren.

Intelligente IoT-Lösungen einsetzen

War IoT bisher zwar ein Begriff, aber nicht so richtig einzuordnen, wie damit ein Vorteil für das eigene Unternehmen oder die Produkte sein könnten, so könnte sich das jetzt ändern. IoT revolutioniert die Art und Weise, wie wir Energie verwalten und den Verbrauch überwachen können.

Denken Sie nur an die neue Generation von smarten Energiezählern, die aktuelle in Hausanschlüssen ausgerollt werden. Aber das ist nur ein Beispiel für ein Projekt, welches bereits auf Schiene ist.

Mit intelligenten IoT Messsystemen und Sensoren, können Verbräuche auch in Industrieanlagen exakt gemessen und Maschinen und Prozessen zugeordnet werden. Die technischen Möglichkeiten sind hier enorm und bei weitem nicht ausgeschöpft. Sensoren für verschiedene Einsatzbereiche sind bei der Firma Microtronics, einem befreundeten Unternehmen von uns, erhältlich und individuell anpassbar.

Linecontroller
Digitales Leitsystem – Line Controller

Reporting und Traceability

Kennen Sie Ihre Energiekosten pro erzeugtes Produkt? Traceability ist dazu das Schlüsselwort. Es ermöglicht eine (Live) Überwachung von Produktionsabläufen auf der Basis einzelner Werkstücke und deren Produktionsschritten im Prozess. Heruntergebrochen auf Maschinenebene oder sogar auf Fertigungsschritte innerhalb einer Maschine.

In der Leiterplattenfertigung und in der Halbleiterherstellung ist diese Art von Reporting und Überwachung Standard. Für ein lückenloses Reporting zur Dokumentation der Qualität, werden Prozesse bis ins kleinste Detail überwacht. Diese feine Granularität wird mit Protokollen wie SECS/GEM oder GEM300 erreicht. Die Protokolle sind sehr effektiv was die Anbindung und Überwachung von Maschinen und ganzen Fabriken betrifft. Als übergeordnetes System bieten sich Smart Factory Lösungen an, wie z.B. Cimetrix Sapience.

Wenngleich hier Leiterplatten- und Halbleiterunternehmen Vorreiter sind, helfen ein sauberes Reporting und Tracing auch in jeder produzierenden Industrie, die Energiewerte zu kennen und Schritte zur Reduktion setzen zu können.

Health- und Performance-Daten

Wie schon bei den „Smarten Prozessen“ beschrieben, macht es einen Unterschied mit welcher Auslastung eine Maschine betrieben wird. Um die aus den Prozessen die Health- und Performance-Daten zu ermitteln, müssen Maschinen und Anlagen mit den entsprechenden Schnittstellen angebunden werden. Mit dieser Anbindung kann auf Daten rund um den Prozess und die Maschine zugegriffen werden.

Eine Variante für die Anbindung stellen digitale Leitsysteme dar. Leitsysteme bilden einen intelligenten Gegenpart zu einer Maschine und bilden die Prozesse und Werkstücke als digitale Zwillinge ab. Die generierten Daten können aus den Leitsystemen extrahiert werden und über Schnittstellen in IT-Systeme beim Kunden weitergeleitet oder auf Cloudsystemen übermittelt und dort analysiert werden.

Smart Home Systeme fürs Büro und ganze Städte

Direktes Energiesparen lässt sich mit Smart Home Systemen umsetzen.

Diese smarten Lösungen eröffnen völlige neue Konzepte, um die Energiekosten zu reduzieren. Mit Machine Learning (ML) und künstliche Intelligenz (KI) können digitale Systeme, Muster im Energieverbrauch und im Verhalten von Bewohnern und Mitarbeitern erkennen. Aus den gelernten Daten können mit Algorithmen Regeln zum Sparen von Energie abgeleitet werden. Die Umsetzung erfolgt durch die Controller der Smart Home Systeme.

Wenn man dieses Prinzip auf ganze Städte – sogenannte Smart Cities anwendet – kann eine Transformation in Städte der Zukunft vollzogen werden.

Fazit

In Produktionsprozessen kann, mit intelligenter Technik und Software, Energie gespart werden. Aber nicht nur verringerter Energieverbrauch ist ein Benefit von smarten Prozessen – Unternehmen profitieren von einfacheren Abläufen und entlasten ihre Mitarbeiter. Und ganz nebenbei wird auch die Umwelt geschont und CO2 gespart.

Förderung & Normen – Wegweiser für Ihr Projekt

Unternehmen können sich staatliche Förderungen wie die BAFA-Zuschussförderung Modul 3 sichern – wenn die Software eine ISO 50001-konforme Implementierung unterstützt.

Ebenso fordert das neue Energieeffizienzgesetz (EnEfG) Großverbraucher (> 7,5 GWh/Jahr) zur Einführung eines zertifizierten Energiemanagementsystems bis spätestens 18. Juli 2025.

Maßnahme Ziel/Nutzen Förderhöhe / Aufwand
ISO 50001-Zertifizierung Standardisiertes Energiemanagement Teilweise steuerlich begünstigt, EEG-Umlage entfallen
BAFA-Zuschuss (Modul 3) Digitalisierungsförderung bei Sensorik+Software BAFA-Zuschuss (Modul 3) Digitalisierungsförderung bei Sensorik+Software Zuschuss bis 50 % der förderfähigen Investition
Emissions-/CO₂-Einsparnachweis Klima-Compliance und Reporting Positives Image & Wettbewerbsvorteil

FAQ

Was ist Energiemanagement-Software und wie funktioniert sie?

Energiemanagement-Software (EMS) ist eine digitale Lösung zur systematischen Erfassung, Überwachung, Analyse und Optimierung von Energieverbräuchen in Unternehmen. Sie dient dazu, Transparenz über Energieflüsse zu schaffen, Ineffizienzen zu erkennen und Energieeinsparmaßnahmen datenbasiert zu steuern.

Funktionsweise:

Ziel ist es, mit Hilfe dieser digitalen Transparenz den Energieeinsatz zu optimieren, Kosten zu senken und CO₂-Emissionen zu reduzieren – und dies sowohl kurzfristig operativ als auch langfristig strategisch.

Welche Kernfunktionen (Monitoring, Analyse, Alerts) sollte sie bieten?

Eine leistungsfähige Energiemanagement-Software sollte mindestens folgende Kernfunktionen bieten:

Funktion Nutzen
Energiemonitoring in Echtzeit Live-Überwachung aller Energieflüsse (Strom, Gas, Wärme, Wasser, Druckluft)
Datenanalyse & Auswertung Zeitreihen, Vergleichsanalysen (Soll/Ist), Benchmarking von Anlagen
Individuelle Dashboards Visualisierung je nach Nutzerrolle: Management, Technik, Energiebeauftragte
Alarmfunktionen & Benachrichtigungen Bei Grenzwertüberschreitungen, Leckagen oder Spitzenlasten
Lastgang-Analyse & Lastmanagement Glättung von Spitzenlasten, z. B. durch Lastverschiebung
Reporting (manuell/automatisch) ISO 50001-/EnEfG-konforme Berichte für Audits & Behörden
Anlagen-/Prozess-Zuordnung Energieverbräuche einzelnen Maschinen, Linien oder Produkten zuordnen
CO₂-Bilanzierung / Nachhaltigkeitskennzahlen Grundlage für ESG-Reporting und Klimabilanzen

Moderne Systeme bieten zudem KI-gestützte Prognosen, Integration in ERP-/MES-Systeme oder die Möglichkeit zur Remote-Steuerung von Anlagen.

Lohnt sich ein Investment? Welche Kosteneinsparungen sind realistisch?

Ja – Energiemanagement-Software amortisiert sich meist innerhalb weniger Monate bis zwei Jahre. Die Höhe der Einsparungen hängt stark vom Ausgangszustand und der Branche ab.

Beispiele realistischer Einsparungen laut Studien und Praxisprojekten:

Bereich Mögliche Einsparung
Stromkosten in der Produktion 10–25 % durch Prozessoptimierung und Teillastvermeidung
Spitzenlastvermeidung (z. B. bei Strom) bis zu 30 % durch intelligentes Lastmanagement
Druckluft, HLK, Wärmeverluste 5–20 % durch Leckage-Erkennung, Zeitsteuerung etc.
CO₂-Kostenreduktion Einsparung von CO₂-Zertifikaten, Steuervergünstigungen

Ein Beispiel aus der Praxis:

Ein Maschinenbauunternehmen konnte durch Optimierung von Produktionszyklen und gezieltem Anlagenbetrieb in Volllast den Stromverbrauch pro produziertem Stück um 18 % senken.

Gibt es Förderungen, z. B. BAFA oder steuerliche Vorteile?

Ja – sowohl der deutsche Staat als auch die EU fördern Investitionen in Energiemanagement-Systeme.

BAFA-Förderung (Modul 3 – MSR, Sensorik, Energiemanagement-Software):

Steuerliche Vorteile & EEG-Umlagebefreiung:

Steuerliche Vorteile & EEG-Umlagebefreiung:

Tipp: Förderanträge müssen vor Projektstart gestellt werden – es lohnt sich, frühzeitig mit einem Energieberater zusammenzuarbeiten.

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