Mensch-Maschine-Schnittstellen, kurz HMI, sind wichtige Bestandteile industrieller
Prozesssteuerungssysteme. Darüber hinaus sind sie für Industrie 4.0 unerlässlich.
Sie fungieren als Brücke zwischen dem Bediener und dem Prozess selbst, indem sie den Steuerungen eine einfache und benutzerfreundliche Möglichkeit zur Interaktion mit den Maschinen bieten.
Dank der Fortschritte in der HMI-Technologie können immer kompliziertere Aufgaben bewältigt werden, ohne dass die Bediener über fortgeschrittene technische Kenntnisse verfügen müssen.
Aber was versteht man unter HMI eigentlich?
In diesem Blogbeitrag möchte ich alle Fragen zu diesem Thema klären.
Das Wichtigste in Kürze
- Definition: Das HMI (Human-Machine-Interface) ist die Benutzerschnittstelle, die die Interaktion und Kommunikation zwischen Mensch und Maschine ermöglicht.
- Funktion: Es dient der Bedienung (Steuerung), Beobachtung (Visualisierung von Daten) und Überwachung industrieller Prozesse in Echtzeit.
- Bestandteile: Ein HMI-System umfasst typischerweise das Display, das Eingabefeld (z. B. Touchscreen) und die verbundene Maschine/Anlage.
- Vorteile: HMIs erhöhen die Betriebssicherheit, reduzieren Ausfallzeiten durch schnelle Diagnose und ermöglichen die Prozessoptimierung durch Datenvisualisierung.
- Rolle in Industrie 4.0: Als zentrale Steuerungs- und Datenvisualisierungsstelle ist das HMI unerlässlich für die Vernetzung, IoT-Integration und die Nutzung von KI in der modernen Fertigung.
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Wie wird der Begriff HMI definiert?
Das sogenannte Human-Machine-Interface, kurz HMI, beschreibt den Teil einer Maschine, der einem Menschen die Möglichkeit bietet, mit ihr zu interagieren und sie zu bedienen.
Da die Funktionsweise dieser Maschinen immer komplizierter wird, muss auch die dazugehörige Mensch-Maschine-Interaktion (HMI) mithalten, was das Risiko erhöht, dass sie für den durchschnittlichen Benutzer zu komplex wird.
Zum Glück konzentrieren sich die meisten modernen HMI-Designs darauf, einen Mittelweg zwischen Komplexität und Benutzerfreundlichkeit zu finden.
Typische HMI-Arten und Einsatzbereiche in der Praxis
Ein HMI kann sehr unterschiedlich aussehen – vom einfachen Tastenfeld bis zur webbasierten Leitwarte. Für Leser:innen ist es hilfreich, konkrete Beispiele zu sehen, wo welche Lösung sinnvoll ist.
| HMI-Typ | Beschreibung | Typische Einsatzorte |
|---|---|---|
| Tasten-/Text-Panel | Tasten-/Text-Panel Kleine, robuste Geräte mit Display und Funktionstasten Einfache Maschinen, Pumpstationen, ältere Anlagen | Einfache Maschinen, Pumpstationen, ältere Anlagen |
| Touchpanel-HMI | Farbiger Touchscreen mit grafischer Oberfläche | Produktionslinien, Verpackungsanlagen, Roboterzellen |
| Panel-PC / Industrie-PC | Vollwertiger PC mit HMI-Software und oft Visualisierung + SCADA | Leitstände, komplexe Maschinen, Sonderanlagen |
| Mobile / Web-HMI | Bedienung per Tablet, Smartphone oder Browser | Service & Wartung, Remote-Überwachung, Instandhaltung |
Moderne High-Performance-HMIs – wie etwa spezialisierte 7"-Touchpanels – fungieren zusätzlich als IoT-Gateway: Sie erfassen Maschinendaten in Echtzeit, visualisieren Kennzahlen (z. B. Drehzahl, Leistung, Temperatur) und helfen bei der vorausschauenden Wartung.
Für dein Content-Upgrade kannst du nach der Definition oder nach dem Abschnitt „Bestandteile eines HMI-Systems“ genau diesen Überblick einbauen. So versteht der Leser sofort, welche konkreten Varianten es gibt und wie sie sich im Alltag unterscheiden.
Was sind die Bestandteile eines HMI-Systems?
Das Human-Machine-Interface besteht aus drei Komponenten:
- einem Menschen, der mit dem Display interagiert,
- einem Eingabefeld, mit dem gewünschte Aktionen an der Maschine ausgelöst werden,
- und einer Maschine, die auf die Eingabe reagiert.
Durch die HMI-Technologie können die Benutzer die Reaktion ihrer Maschinen an wichtigen Punkten auf einem Display beurteilen.
So können sie genau sehen, wie sich ihre Eingaben in die Benutzerschnittstelle auf die Funktionalität der von ihnen gewählten Maschine auswirken, ohne dass sie direkt mit ihr interagieren müssen.
Durch die Ausstattung von Maschinen mit HMIs können die Menschen ihre Interaktion mit komplexen Systemen auf sichere und effiziente Weise im Auge behalten.
Die Evolution des Human-Machine-Interface
Die Mensch-Maschine-Schnittstelle ist so alt wie die erste Maschine und begleitet den Menschen schon seit Jahrtausenden.
Eine auffällige Veränderung ist die zunehmende technische Komplexität und damit auch das zunehmende Fachwissen, das der Benutzer für die Bedienung benötigt. Die Benutzeroberfläche ist im Laufe der Zeit immer komplexer geworden und für einen Laien unmöglich zu verstehen.
Mit dem Einzug der Elektronik in die industrielle Fertigung ist die Bedienung von leistungsstarken Maschinen viel einfacher geworden.
Die technischen Grundlagen der Hydraulik und der elektrischen Antriebe machten Maschinen und Anlagen nicht nur weniger gefährlich und leistungsfähiger - zum ersten Mal war es möglich, die Bedienung weit vom eigentlichen Einsatzort der Maschine zu entkoppeln.
Es wurde möglich, mit wenigen Handgriffen beliebig große Effekte an weit entfernt aufgestellten Anlagen auszulösen. Damit konnte die HMI bereits einen entscheidenden Beitrag zur Maschinensicherheit leisten.
Als die EDV in den 1980er Jahren allmählich Einzug in die Fabriken hielt, gehörte die Bedienung von Tastaturen und Bildschirmen zunehmend zum Arbeitsalltag von Büroangestellten und Facharbeitern.
Die programmgesteuerten HMIs zeigten schnell, dass sie viel leistungsfähiger waren als die zuvor verwendeten starren Systeme.
Ergonomie und User Experience (UX) im HMI-Design
Im Zeitalter von Industrie 4.0 und zunehmend komplexen Produktionsprozessen ist die Benutzerfreundlichkeit (Usability) von HMIs entscheidender denn je. Ein optimal gestaltetes HMI minimiert nicht nur Bedienfehler, sondern steigert auch die Effizienz und Zufriedenheit der Bediener. Es geht nicht mehr nur darum, Daten anzuzeigen, sondern sie intelligent und kontextbezogen zu präsentieren.
Das Design eines modernen HMI folgt daher klaren UX-Prinzipien, die sich an bekannten Consumer-Anwendungen orientieren:
- Intuitive Navigation: Reduzierung der Klicks, um zu wichtigen Informationen zu gelangen.
- Klarheit & Übersichtlichkeit: Verwendung von Farbcodes und Grafiken nach internationalen Standards (z. B. NAMUR-Empfehlungen), um Normalzustände grün und kritische Zustände rot darzustellen.
- Responsives Design: Die Benutzeroberfläche muss auf verschiedenen Geräten (Panel-PC, Tablet, Smartphone) optimal funktionieren.
Was sind die Vorteile bei der Nutzung von HMI's?
Der Einsatz einer Mensch-Maschine-Schnittstelle wird immer beliebter, da er eine Reihe von Vorteilen und Mehrwerten mit sich bringt.
- Der Einsatz von HMI sorgt für Betriebssicherheit durch geringere Ausfallzeiten und schnellere Ausführung.
- Außerdem erleichtert es das Verständnis der gesammelten Daten durch die Visualisierung dieser Details in Echtzeit.
- Um die Leistung weiter zu steigern, kann man Aufgaben mit flexiblen Optionen überwachen, diagnostizieren und steuern.
- Mit der Prozessoptimierung lassen sich Kosteneinsparungen erzielen, denn durch die frühzeitige Erkennung können potenziell teure Ausfallzeiten vermieden werden.
- Bei Bedarf kann das System mit Knotenpunkten an bestimmten Standorten oder aus der Ferne über das Internet der Dinge verbunden werden, was letztlich zu einer Effizienzsteigerung durch eine agilere Reaktion auf Umwelteinflüsse führt.
HMI & SCADA
HMI (Human-Machine-Interfaces) und SCADA (Supervisory Control and Data Acquisition) sind zwei miteinander verknüpfte, aber unterschiedliche technische Lösungen.
SCADA
SCADA-Systeme sind wesentlicher Bestandteil der industriellen Prozesssteuerung.
Es kombiniert eine Vielzahl von Systemen und Komponente wie SPS, Sensoren und RTUs, um Daten sicher zu sammeln, lokal zu speichern und große Anlagen wie ein ganzes Werk oder einen Standort automatisch zu steuern.
HMI
Die Mensch-Maschine-Schnittstelle (HMI) ist dabei genauso wichtig - sie bietet den Nutzern ein benutzerfreundliches Dashboard, mit dem sie das SCADA-System steuern können, was die Kontrolle und Wartung vereinfacht.
Während das SCADA-System die Daten sammelt, übernimmt ein HMI diese Informationen und stellt sie den Benutzern zur Verfügung.
Ohne ein funktionierendes HMI können Nutzer jedoch nicht erkennen, welche Parameter ihre Anlagen haben oder wie man sie steuert.
Gleichermaßen ist es für das SCADA-System ohne ein intuitives Human Machine Interface unmöglich, die Betriebsparameter anzuzeigen und Anlagen zu steuern.
Zusammen ermöglichen das SCADA-System und die HMI einen effizienten Anlagenbetrieb.
Zukunftsausblick für HMIs
- Marktstudien zeigen: HMI-Lösungen gehören zu den wichtigsten Enablern von Industrie-Automatisierung und Digitalisierung – entsprechend wird für die kommenden Jahre ein kontinuierliches Marktwachstum prognostiziert.
- In Zukunft werden HMIs eine immer wichtigere Rolle spielen, da Daten in industriellen Prozessen immer mehr in den Mittelpunkt rücken.
- Der weltweite Markt für Human-Machine-Interfaces wird für 2023 auf rund 5,3 Mrd. US-Dollar geschätzt und soll bis 2032 auf etwa 10,6 Mrd. US-Dollar wachsen – das entspricht einer jährlichen Wachstumsrate von rund 8 % (Quelle)
- Die Unternehmen entscheiden sich für leistungsstarke HMIs, die die Aufmerksamkeit des Benutzers nur auf die wichtigsten Informationen lenken.
- Um Erkenntnisse aus den Daten zu gewinnen, werden sich die Unternehmen mit der Weiterentwicklung der Technologie noch stärker auf fortschrittliche Datenanalysen und künstliche Intelligenz verlassen.
- In Zukunft könnten HMIs auch Augmented Reality (AR)- und Virtual Reality (VR)-Technologien enthalten.
Fazit zu HMIs
Eine Mensch-Maschine-Schnittstelle (Human Machine Interface, HMI) ist ein System, das es Menschen ermöglicht, mit Maschinen zu interagieren.
HMIs können in einer Vielzahl von Umgebungen eingesetzt werden, z. B. in Fabriken, Büros und anderen Industrieanlagen. Sie ermöglichen es den Benutzern, Daten einzusehen und Vorgänge in Echtzeit zu steuern.
In Zukunft könnten HMIs noch ausgefeilter werden und Augmented-Reality- und Virtual-Reality-Technologien nutzen, um ein noch intensiveres Erlebnis für die Nutzer/innen zu schaffen. Dies würde die Effizienz und Leistung der Anlagen noch weiter steigern.
Wir bei X-WORKS wissen, dass jedes Unternehmen seine eigenen Anforderungen an eine HMI hat. Deshalb bieten wir maßgeschneiderte Lösungen an, um deine spezifischen Anforderungen zu erfüllen und deinen Arbeitsablauf zu optimieren.
Unser Ziel ist es, die perfekte HMI von Grund auf neu zu entwickeln und speziell für dein Unternehmen zu gestalten, damit du bei jedem Schritt eine effiziente und zuverlässige Leistung erhältst.
Wir wollen sicherstellen, dass der Entwicklung des idealen Systems für dich nichts im Wege steht - lass uns dir dabei helfen, es zu erreichen.
FAQ
Was genau ist ein HMI und wie unterscheidet es sich von einer „normalen“ Benutzeroberfläche?
Ein Human-Machine-Interface (HMI), oder Mensch-Maschine-Schnittstelle, ist der dedizierte Teil eines industriellen Systems, der dem Bediener die Interaktion und Überwachung von Maschinen und Prozessen ermöglicht. Es ist die grafische Benutzeroberfläche (GUI) und die Hardware (Panel, Touchscreen) selbst.
Im Unterschied zu „normalen“ UIs (z. B. Websites, Office-Software) ist ein HMI:
- direkt mit Sensoren, Aktoren und Steuerungen verbunden
- für raue Industrieumgebungen, Schichtbetrieb und Störfälle ausgelegt
- Teil eines Sicherheits- und Verfügbarkeitskonzepts.
Der Unterschied liegt in der Hierarchie und Reichweite: Das HMI ist das lokale "Cockpit" zur Bedienung einer einzelnen Maschine oder Prozesszelle. SCADA (Supervisory Control and Data Acquisition) ist das übergeordnete System, das Daten von vielen HMIs und Steuerungen sammelt, historisiert und die Überwachung des gesamten Standorts ermöglicht. Ein klassisches Leitsystem ist ein weiter gefasster Begriff, der oft die Funktionalität von SCADA umfasst und zusätzlich die Produktionsplanung und -optimierung über mehrere Standorte hinweg integriert. Das HMI ist also die direkte Interaktionsfläche, SCADA die zentrale Steuerungsebene darüber.
Wie sicher sind HMI-Systeme – und welche typischen Sicherheitslücken gibt es?
Die Sicherheit von HMI-Systemen ist kritisch, da sie oft direkt mit den Steuerungen (SPS) verbunden sind. Moderne, vernetzte HMIs sind bei mangelhafter Konfiguration anfällig. Typische Sicherheitslücken sind vor allem Standard- oder Hard-Coded-Passwörter, die nicht geändert werden, die Nutzung ungepatchter, veralteter Betriebssysteme und eine unzureichende Segmentierung im Netzwerk, die Angreifern den Zugriff von Unternehmensnetzen (IT) auf die Steuerungsebene (OT) ermöglicht. Physischer Zugang über freie USB-Schnittstellen ist ebenfalls ein Risiko.
Wie läuft ein typisches HMI-Projekt ab – von der Anforderung bis zum fertigen Bedienpanel?
Ein HMI-Projekt folgt meist einem klaren Ablauf:
-
Anforderungen & Use-Cases klären
Welche Maschinen, Daten und Benutzerrollen? Welche Infos müssen wirklich auf den Bildschirm? -
Technisches Konzept
Auswahl von Panel/Hardware, Schnittstellen zu SPS/PLC, Netzwerk- und Sicherheitskonzept. -
UI-/UX-Design
Struktur der Bilder, Navigation, Farbcodes, Alarmkonzept – Fokus auf schnelle Orientierung und geringe Fehlbedienung. -
Implementierung & Test
Umsetzung in der HMI-Software, Anbindung der Signale, Tests im Labor (FAT) und an der Anlage (SAT). -
Inbetriebnahme & Schulung
Go-Live, Einweisung der Bediener:innen, Dokumentation. Danach: laufende Optimierung anhand von Feedback aus dem Betrieb.
So wird aus einer groben Idee ein praxistaugliches Bedienpanel, das Prozesse sicher und effizient unterstützt.
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